Zusatzerlöse aus der Übernahme von CO2-Minderungsquoten („Kraftstoff-Quoten-Handel“) werden für Energieversorger finanziell immer interessanter

Energieversorger können für Strom- und Gasmengen, die als Kfz-Treibstoff vertrieben werden, Zusatzerlöse in Höhe von ca. 12 €/MWh (Strom) und ca. 10 €/MWh (Gas) erzielen (Zusatzerlöse für Strom aus Ladesäulen und Gas aus Tankstellen durch Übernahme von CO2-Minderungsquoten).

Eine aktuelle Statistik des BDEW zeigt auf, dass die Übernahme von CO2-Minderungsquoten für Energieversorger wirtschaftlich immer interessanter wird. Dies betrifft vor allem den Vertrieb von Strom über private Ladepunkte. Denn nach der Statistik des BDEW finden 85 % der Ladevorgänge für E-Autos zu Hause oder am Arbeitsplatz statt. Für die örtlichen Energieversorger bedeutet dies, dass sie gerade bei Strom in zunehmendem Maße von Lieferungen über private wallboxes mit eigenen Zählern oder über Ladepunkte auf Parkplätzen von Unternehmen profitieren können. Das Gleiche gilt für Strom- und Gastankstellen für den städtischen Fuhrpark, wenn eine Umstellung auf Strom oder Gas als Treibstoff erfolgt oder geplant ist. Auch hier eröffnet sich für den Lieferanten eine zusätzliche Einnahmequelle.

Hinzu kommt, dass die Mineralölwirtschaft ab 2020 unter dem Druck steht, nicht nur eine 4%ige, sondern eine 6%ige Minderung des Treibhausgasausstoßes nachweisen zu müssen. Die Mineralölwirtschaft wird also zunehmend auch auf Quotenübernahmen durch Energieversorger als Mittel der CO2-Emissionsminderung zurückgreifen.

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Erhebung der für eine Übernahme von CO2-Minderungsquoten erforderlichen Daten zu beginnen und einen entsprechenden Übernahmevertrag mit einem Mineralölunternehmen oder einem Zwischenhändler abzuschließen. Bei privaten Strom-Entnahmestellen sind für Energieversorger, die die hierüber vertriebenen Strommengen in den Kraftstoff-Quoten-Handel einbeziehen möchten, formale Anforderungen zu erfüllen, die so früh wie möglich systemisch erfasst werden sollten. Dann wird der Energieversorger die Zusatzerlöse in den kommenden Jahren mit geringem Aufwand generieren können.

Leipzig, den 18.09.2019