Insolvenz: Eigenverwaltung dem Schutzschirmverfahren angeglichen

Energieversorger und Energielieferanten sehen sich immer wieder vor der Situation, dass ein Gewerbe- oder Industriekunde insolvent wird und in die vorläufige Eigenverwaltung übergeht. Dann ist es Aufgabe des Forderungsmanagements, Forderungsausfälle zumindest für die Weiterbelieferung rechtssicher zu verhindern. Außerdem müssen die Zahlungseingänge anfechtungsfest sein.

Bei der Eigenverwaltung ist dies kein Selbstläufer. „Eigenverwaltung“ durch die bisherige Geschäftsführung hört sich trügerisch einfach an; die Risiken für Lieferanten sind aber hoch.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat diese Situation für Energieversorger in einem aktuellen Urteil erleichtert: In der vorläufigen Eigenverwaltung besteht nunmehr die Möglichkeit, gegenüber dem Lieferanten sog. Masseverbindlichkeiten zu begründen. Diese sind anfechtungsfest und müssen auch vom Insolvenzverwalter oder vom Sachwalter bezahlt werden. Damit ist das Eigenverwaltungsverfahren dem Schutzschirmverfahren in diesem Punkt angeglichen worden. Besonders wichtig ist es daher, dass das Forderungsmanagement von Beginn an die richtigen Maßnahmen ergreift, um zu einer solchen Masseverbindlichkeit zu kommen und so die Zahlungseingänge abzusichern. Jeder Tag ohne eine solche Absicherung kostet den Energieversorger viel Geld.

Behrens Rechtsanwälte sind Spezialisten im Forderungsmanagement und in der Absicherung von Energieversorgern und Energielieferanten gegen Forderungsausfälle und Risiken aus Insolvenzanfechtungen.

Leipzig, den 31.01.2019