Eigenerzeugung, Eigenversorgung und EEG-Umlage
– Was von Anlagenbetreibern zu beachten ist –

Unternehmen, die Strom in eigenen Erzeugungsanlagen – BHKW, Solaranlagen oder Biogasanlagen – produzieren und diesen Strom für ihren eigenen Betrieb verbrauchen, zahlen für diese Strommengen häufig nur eine reduzierte oder gar keine EEG-Umlage. Sie müssen jedoch immer mehr tun, um sich dieses Privileg zu erhalten.

Worum geht es?

Beim Verbrauch des Stroms im eigenen Betrieb werden häufig zugleich im Betrieb tätige „Dritte“ versorgt. In praktisch jedem Unternehmen sind Dienstleister und Auftragnehmer tätig, etwa für Instandsetzungs- und Reinigungsarbeiten, Baumaßnahmen und Montagetätigkeiten für Zulieferteile. Und auch eine Kantine oder ein coffee-shop, die von einem externen Anbieter betrieben werden, fallen unter die Kategorie „Drittverbrauch“, auch wenn ihnen der Strom oftmals unentgeltlich zur Verfügung steht.

Dem EEG und der BNetzA kommt es darauf an, dass nur der vom Unternehmen selbst verbrauchte Strom das EEG-Umlage-Privileg für sich in Anspruch nehmen kann, während für den von Dritten verbrauchten Strom die volle EEG-Umlage bezahlt werden muss. Und genau diese Zahlungen sind es, die das ganze Thema ins Rollen bringen. Daher stellen das EEG und die BNetzA jetzt in den Vordergrund, dass es eines genauen Nachweises für jede kWh Strom bedarf, ob diese vom Unternehmen selbst oder von Dritten verbraucht wird. Die wichtigsten Stichworte sind

  • Zeitgleichheit von Eigenerzeugung und Eigenverbrauch
  • Erfassung und Abgrenzung der Strommengen, die von Dienstleistern oder Auftragnehmern verbraucht werden, die für das Unternehmen auf dessen Betriebsgelände tätig sind
  • Messung und Schätzung aller Erzeugungs- und Verbrauchsmengen

Hinzu kommt das Formalerfordernis einer jährlichen Meldung der betreffenden Strommengen an die Netzbetreiber. Wird dies nicht eingehalten, muss das Unternehmen mit der vollen EEG-Umlage für die gesamten selbst erzeugten Strommengen rechnen. Auf ein Jahr gerechnet macht dies oft viele hunderttausend oder Mio. Euro aus. Im Vergleich dazu fallen die Drittverbrauchsmengen meist gering aus. Um den finanziellen Vorteil für das Unternehmen zu erhalten, muss der von Dritten auf dem Betriebsgelände verbrauchte Strom nach immer kleinteiligeren Regeln durch Messung erfasst werden.

Was ist zu tun?

Unternehmen müssen Nachweise für die kWh-scharf erfassten, selbst verbrauchten oder von Dritten verbrauchten Strommengen schaffen und die Mengen jährlich

  • an den örtlichen Netzbetreiber
  • oder, je nach Fallgestaltung, an den ÜNB

melden. Dies ist kein Selbstläufer, sondern gegenüber den Netzbetreibern müssen die Strommengen plausibel dargelegt werden. Dies stellt für die Unternehmen einen enormen bürokratischen Aufwand dar.

Für das Jahr 2021 gilt noch eine Übergangsfrist, innerhalb derer es den Unternehmen erlaubt ist, die eigenverbrauchten Strommengen ebenso wie die Strommengen, die die Auftragnehmer und Dienstleister verbraucht haben, zu schätzen. Für die Schätzung gelten wiederum detaillierte Vorgaben aus § 62b EEG und Regularien der BNetzA.

Von 2022 an aber muss das Unternehmen ein Messkonzept haben und dem Netzbetreiber transparent kommunizieren, wie ab sofort der Eigenverbrauch und der Drittverbrauch mit mess- und eichrechtskonformen Messgeräten erfasst und voneinander abgegrenzt werden.

BEHRENS Rechtsanwälte verfügen über das Knowhow und die Erfahrung, wie ein Unternehmen die geringstmögliche EEG-Umlage erzielen und so am meisten von seiner Eigenerzeugung profitieren kann.

Leipzig, den 26.03.2021

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