Direkter elektronischer Zugang zu einem Handelsplatz – „direct electronic access“

Energieversorgungsunternehmen werden vermehrt von Brokern und Marktplatzbetreibern angesprochen, dass ihnen ein „direkter elektronischer Zugang zu einem Handelsplatz“ (direct electronic access) eingerichtet werden könne. Für Stadtwerke und Regionalversorger, die eine strukturierte Portfoliobewirtschaftung betreiben und am Großhandelsmarkt aktiv sind, kann dies eine interessante Möglichkeit sein, um ihre Handelsaktivitäten zu erweitern und das Portfolio zu optimieren.

Dazu gibt es für die gesamte Energiebranche ein rechtliches Thema: Durch die MiFID II ist eine Neuregelung in § 32 Abs. 1a S. 2 KWG geschaffen worden, die Strom-, Gas- und EUA-Handelsgeschäfte auf Termin unter Nutzung eines direkten elektronischen Marktzuganges unter den Vorbehalt einer BaFin-Erlaubnis stellt. Auf den ersten Blick sieht es danach so aus, als führe ein „direkter elektronischer Marktzugang“ immer dazu, dass ein EVU hierfür eine BaFin-Erlaubnis benötige.

Unsere Expertise und Erfahrung sagt, dass dies bei weitem nicht immer so ist! Viel hängt nämlich vom Inhalt der Vereinbarung und von technischen Details ab. In aller Regel ist die Vorschrift des KWG für EVU nicht einschlägig. Außerdem gibt es eine Reihe von Ausnahmevorschriften für EVU, die meist ebenfalls dazu führen, dass die Großhandelsaktivitäten nicht unter die BaFin-Erlaubnispflicht fallen. EVU benötigen also in Wirklichkeit für einen „direkten elektronischen Marktzugang“ meistens keine BaFin-Erlaubnis.

Profitieren Sie von unserer Expertise im Bereich Energiehandel und MiFID II, und lassen Sie sich beraten, wie Sie Ihre Handelsaktivitäten
ohne BaFin-Erlaubnispflicht aufstellen können!

(Leipzig, 27.04.2018)